Wassermühle von StuckenborstelDie Wassermühle von Stuckenborstel ist neben der von Ahausen eine von ehemals vielen Mühlen aus der Umgebung von Sottrum, die heute noch erhalten ist. Die Geschichte der Mühle lässt sich bis in das Jahr 1631 zurückverfolgen.
Die Mühle liegt an der Wieste und wurde durch ein unterschlächtiges Wasserrad angetrieben. Durch die von Gerhard Brettmann initiierte und geleitete Restaurierung
der Mühle ist sowohl das Mühlengebäude als auch das
Mahlwerk komplett und funktionstüchtig wiederhergestelt worden.

Der Förderkreis Wassermühle Stuckenborstel im Heimatverein Sottrum hat die Mühle zur Nutzung übernommen. Besichtigungen sind möglich nach Absprache mit Hans-Richard Buthmann, 04264-1786.
Außerdem ist die Wassermühle auch am deutschen Mühlentag (2. Pfingsttag) und am Tag des deutschen Denkmals geöffnet.

Müllermeister Gerhard Brettmann
Müllermeister Gerhard Brettmann aus Stuckenborstel,

Hier einige Eindrücke aus dem Inneren der Mühle und ihrem Umfeld:

Bitte klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Ansicht zu bekommen.
Die Luftaufnahmen sind mit der freundlichen Unterstützung von Pilot Heinrich Schmidt, Sottrum, entstanden.






Die Wassermühle in Stuckenborstel

Eine Kurzchronik, zusammengetragen von Hans Richard Buthmann

Herrenhaus in StuckenborstelDie Wassermühle gehörte bis zum Jahre 1790 zum "Adeligen Gute" Stuckenborstel.

Das jetzt noch vorhandene Herrenhaus, erbaut 1631, steht auf der sogenannten Insel. Sie befindet sich einige hundert Meter östlich von der Mühle.


Am 27. Mai 1790 verkaufte die Witwe Adelheid Anna Maria von Frese, geborene von Greifencranz die Wassermühle an den Müller Dietrich Brettmann - aus Blender stammend - für 1100 Thaler in Gold.
Der Original-Kaufvertrag liegt im Staatarchiv in Aurich.

Die Wassermühle an der Wieste hat ein unterschlächtiges Wasserrad, was bedeutet, dass das Wasser von unten gegen die Schaufeln des Wasserrades geleitet wird. Wird dagegen das Wasser von oben als "Fallwasser" auf die Schaufeln geleitet, spricht man von einer oberschlächtigen Wassermühle.

Im Jahre 1866 wurde eine Dampfmaschine aufgestellt.

Bis zum Jahre 1920 war an dem Mühlengebäude zusätzlich noch ein Sägewerk angebaut, dieses wurde dann abgerissen. Mit der Kraft des Wiestewassers wurde das Mühlrad und das Sägegatter angetrieben.

Die alte Wassermühle in StuckenborstelDer Ort Stuckenborstel wurde 1920 an das elektrische Netz angeschlossen. Von da an wurde nicht nur mit der Kraft des Wassers, sondern auch mit der Kraft der Elektrizität die Mühlsteine bewegt.

Im Jahre 1950 wurde der Mühlbetrieb aufgegeben.

Die Planung der Wiederherrichtung der Mühle begann im Jahre 1986 unter der Führung von Müllermeister Gerhard Brettmann und der Mithilfe vieler Stuckenborsteler Bürger.

Mühle mit neuem WasserradIm April 1987 erhielt die Mühle ein neues Wasserrad mit einem Durchmesser von 5,30 m und einer Breite von 1,30 m. Das Wasserrad besitzt 48 Schaufeln.

Im Jahre 1989 wurde das Mühlengebäude von der Gemeinde Sottrum käuflich erworben.

Am 26. März 1991 wurde in Stuckenborstel der "Förderkreis Wassermühle Stuckenborstel" gegründet. Der Förderkreis gehört zwischenzeitlich zum Heimatverein Sottrum.

Nach der Restaurierung der Wassermühle in Stuckenborstel wurde diese am 23. Mai 1994 feierlich eingeweiht und zur Nutzung dem "Förderkreis Wassermühle Stuckenborstel im Heimatverein Sottrum" übergeben.

Abschließend sei noch angemerkt, dass die Mühle in Stuckenborstel die einzig erhaltene Wassermühle von ehemals fünf Wassermühlen an der Wieste ist. Die anderen vier Wassermühlen standen in Mulmshorn, Clüversborstel, Sottrum und Barkhof.

 

Weitere Informationen zum Thema Mühlen

Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V.

Mühlen im Landkreis Rotenburg

Heimatverein Sottrum